Internetführerschein für Eltern an der Mittelschule Schwabmünchen

Schutzprogramme sind gut. Wichtigster Filter aber sind - die Eltern!

Die Idee zu diesem Abend entstand im Januar an der Mittelschule nach einem Vortrag über Gefahren des Internets.

„Filterprogramme auf Ihrem PC, damit Ihre Kinder vor bestimmten Seiten im Internet geschützt sind, wenn sie schon alleine surfen dürfen, sind wichtig. Aber wichtiger sind Sie – die Eltern – als Filter. Lassen Sie Ihre Kinder gerade am Anfang im Netz nicht allein unterwegs sein, sondern nehmen Sie diese an die Hand und interessieren Sie sich für das, was Ihr Kind tut und was es beschäftigt. Dann kann ein guter Start in die Online-Medien gelingen“. Mit diesen Worten beendete Marion Mörig einen speziellen Elternabend an der Mittelschule Schwabmünchen, mit dem Titel ,Internetführerschein für Eltern‘. Mörig ist medienpädagogisch-informationstechnische Beratungslehrkraft für Grund- und Mittelschulen im Landkreis Augsburg und Leiterin des Medienzentrums Stadt und Landkreis Augsburg.

Der Abend wurde veranstaltet von ,Familie leben‘, einem Bildungsangebot der Stadt Schwabmünchen und der St. Gregor-Jugendhilfe in Kooperation mit Lehrkräften und Schülern der Mittelschule Schwabmünchen. Referent Klaus Kratzer, Kriminalbeamter und zuständig für Prävention beim Polizeipräsidium Augsburg, forderte die Eltern ebenfalls mit genau dem oben zitierten Satz auf, ihre Kinder im Internet bei deren ersten Schritten zu begleiten. Das Problem für viele Eltern ist nur: Woher das Wissen über Facebook und Co. nehmen, wenn sie es selbst nicht oder nur wenig nutzen und der technische Fortschritt sehr schnell vorwärts schreitet?

Hier setzten die Referentinnen an. Zu Beginn des Abends führten die Schüler Dominik Siebelhoff und Francesca Schurogailo lebendig und authentisch die Eltern ins Chatten ein. Dabei nutzten sie ein von ihnen zusammen mit ihrer Lehrkraft Sabine Mehringer selbst entwickeltes Tutoren-Projekt, das an der Mittelschule für die 5. bis 7. Klassen eingesetzt wird, um die Medienkompetenz der Schüler zu stärken. Zum Ende der Präsentation konnten die Eltern dann ein Chat-Diplom ablegen, in dem die wichtigsten Fakten nochmals zusammengefasst waren.

So in die Grundlagen der sozialen Netzwerke eingeführt, konnte Sandra Kunzmann, eine Mitarbeiterin der heilpädagogischen Tagesstätte der St. Gregor-Jugendhilfe, vor und zum Teil mit den Eltern, die selbst an PCs saßen, einen Facebook-Account eröffnen. Danach wurden die ersten Schritte gemeinsam getan, um den Account an die persönlichen Verhältnisse anzupassen. Besonderes Augenmerk legte die Referentin dabei auf den Schutz der Privatsphäre in Facebook nach den Kriterien: Welche Daten von mir und über mich möchte ich im Internet preisgeben? Wie kann ich mich oder mein Kind vor Datenmissbrauch schützen?

Denn ein Aspekt, den auch Marion Mörig am Ende des Abends nochmals erläuterte, ist die Tatsache, dass das Internet ,nichts vergisst‘. Wie zum Beispiel Bilder, die einmal in Facebook eingestellt wurden, auch nach dem Deaktivieren oder Löschen eines Accounts immer noch kursieren können – wenn andere Personen die Bilder heruntergeladen haben. Mörig gab den Eltern den Ratschlag, ihren eigenen Facebook-Auftritt oder den ihrer Kinder immer als eine ,Werbung in eigener Sache‘ zu verstehen und ihn z. B. mit Augen eines möglichen Arbeitgebers zu sehen. Dann ist es leichter, Bilder oder Sätze, die gepostet werden, auch entsprechend auf ihre mögliche Außenwirkung einzuschätzen.

Ein Fazit aller Referenten war, dass die modernen Medien gerade im Leben der jüngeren Generation nicht mehr wegzudenken sind. Es geht also nicht darum, Verbote auszusprechen, sondern den richtigen und vernünftigen Umgang damit einzuüben und den Kindern den richtigen Weg zu weisen. Das erste Rüstzeug als ,Filter und Wegweiser‘ konnten die Eltern dann auch in Form von Informationsbroschüren und Linkempfehlungen mitnehmen.

Markus Seiler