Lions Club bringt Wohngruppe Ferdinand Weihnachtsgeschenke (21.12.2015): in diesem Jahr ist die Gruppe noch ein bisschen bunter geworden

Spende ermöglicht Jugendlichen Sport in Augsburger Innenstadt, K. M. Scheufele, Erwin Langer (in Vertretung Bernhard Langer), FCA-Manager Stefan Reuter kommen zu Übergabe

Vertreter des Lions Clubs Neusäß und die Wohngruppe Ferdinand mit pädagogischen Mitarbeiterinnen der St. Gregor-Jugendhilfe beim Adventstreffen, hier im Esszimmer der Gruppe (von links nach rechts: Lions-Präsident Jürgen Dorn, Lions-Mitglied Volker Bögle, Gruppenleiterin Stefanie Woeschka, Mitarbeiterin Nadine Horsch, Perez, Mirwais, Luca, Abdul, Amon, Justin.

Perez, zehn Jahre, und Volker Bögle sind quasi gute alte Bekannte. Wie in jedem Jahr besuchte Bögle in seiner Funktion als Mitglied des Lions Club Neusäß die Wohngruppe Ferdinand der St. Gregor-Jugendhilfe kurz vor Weihnachten, gemeinsam mit dem amtierenden Präsidenten des Clubs. „Präsident, cool!“ Perez nickt Jürgen Dorn anerkennend zu. Er freut sich über den Besuch, kommen die Lions doch nie mit leeren Händen – und auch das Interesse der Männer tut den Kindern und Jugendlichen gut. In der heilpädagogischen Wohngruppe leben derzeit neun Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren, die aus unterschiedlichsten Gründen vorübergehend oder auf längere Sicht nicht bei ihren Herkunftsfamilien leben können.

In diesem Jahr ist die Gruppe noch ein bisschen bunter geworden, drei „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ sind eingezogen: Abdul, 16 Jahre und Mirwais, 15 Jahre, aus Afghanistan sowie Zeeshan, 15 Jahre, aus Pakistan. Dass die irgendwie anders sein könnten, als die anderen in der Gruppe, ist hier noch keinem aufgefallen. „Nur, dass sie noch nicht so gut Deutsch können“, meint Amon. „Unsere anderen Jungs unterstützen die drei Flüchtlinge sehr. Sie helfen ihnen unglaublich geduldig beim Lernen“, erzählt Stefanie Woeschka, seit diesem Jahr Gruppenleiterin bei den Ferdinands. Beim Spracherwerb helfen außerdem kleine gelbe Zettel an jedem Möbelstück („Stuhl“, Kühlschrank“, „Bett“), der Besuch von Sprachschulen und Eingliederungsklassen, aber vor allem die gemeinsam verbrachte Zeit im Alltag und auf Ausflügen. Letzteres machen auch die Lions möglich. Seit vielen Jahren sammeln sie bei Neusäßer Geschäftsleuten Sachspenden, bestücken damit eine Tombola und stellen sich selbst beim Neusäßer Christkindlesmarkt für den Losverkauf an den Stand, um den Erlös der Gruppe zu spenden. In diesem Jahr sind „unter erschwerten Bedingungen“ – schlechtes Wetter, keine Parkplätze und Shopping Night in Augsburg – erneut 1.500 Euro zusammen gekommen.

Die Wohngruppe Ferdinand finanziert damit Zuschüsse zu Ferienfahrten, kulturelle Veranstaltungen, Vereinsbeiträge oder Fitnessstudio und Anschaffungen wie Fahrräder für einzelne Jugendliche, für die sich sonst kein Kostenträger findet. Auch die von Lions-Mitgliedern zusätzlich organisierten Extras wie Ehrenkarten für den FCA und Eintrittskarten für das Titania in Neusäß, die Marketingleiterin Petra Voßiek wie in jedem Jahr spendiert hat, kommen sehr gut an. Sport und andere Hobbies tragen dazu bei, dass die Kinder und Jugendlichen Lebensfreude und Selbstvertrauen (wieder)finden können. Im letzten Jahr war die Gruppe dank Lions-Spende unter anderem im August auf Kanutour auf der Altmühl. Die Jungen berichten begeistert davon, wie sie das trotz des kalten Wetters genossen haben. „Da wären wir uns ja fast begegnet“, stellt Jürgen Dorn fest, “wir Lions waren auch auf der Altmühl unterwegs, allerdings schon im Juli. Da sprechen wir uns 2016 aber besser ab“. Stefanie Woeschka findet eine gemeinsam Aktivität im Sommer eine super Idee: „Dann haben die Jungs mal ein paar Männer mehr um sich, das wäre ein toller Ausgleich“.