Viele Neusäßer*innen erwarten sie schon, denn die Tombola des Lions Clubs steht seit etlichen Jahren am ersten Adventswochenende auf dem Neusäßer Weihnachtsmarkt. „Wenn wir Menschen ansprechen, ob sie uns ein Los abkaufen, dann machen es die meisten deshalb, weil der Erlös für Euch ist – für die St. Gregor-Jugendhilfe“, erzählt Katrin Hiernickel den Jungs der Wohngruppe beim alljährlichen Adventsbesuch bei den „Ferdinands“ in Steppach. Auch in diesem Jahr haben die Clubmitglieder wieder attraktive Preise von den Neusäßer Geschäftsleuten erbeten. Auf 2.000 Euro stockte der Club den Erlös auf, den seine Vertreterinnen der Gruppe wie immer persönlich überbrachten, zusammen mit einigen Süßigkeiten.
Die kamen gerade rechtzeitig zur Weihnachtsfeier. „Am letzten Abend feiern wir alle als Gruppe gemeinsam, bevor einige der Kinder in die Ferien fahren. Dann gibt es ein leckeres Essen und auch Geschenke“, erklärt die stellvertretende Gruppenleiterin Yvonne Schweizer. Nur zwei Kinder können diesmal nicht nach Hause oder zu anderen Bezugspersonen fahren. Für die beiden kommt dann noch mal ein „Extra-Christkind“ am Heiligabend, den sie gemütlich mit einem pädagogischen Betreuer verbringen. Fünf sozialpädagogische Fachkräfte und eine Studentin im dualen Studium sind abwechselnd – meist zu zweit – für die Kinder da, an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr.
Der größte Wunsch der meisten Kinder und Jugendlichen ist kein materieller, sondern die Rückkehr zu ihren Herkunftsfamilien. Das ist auch oberstes Ziel der Fachkräfte, so Schweizer, jedoch nicht immer möglich. In der Zwischenzeit arbeitet das Team mit den Eltern zusammen an der Rückkehr oder aber an der Verselbständigung der jungen Menschen und unterstützt sie in allen persönlichen und schulischen Fragen, bei der Entwicklung sinnvoller Perspektiven, durch fördernde Freizeit-Angebote und die Vermittlung von Alltagskompetenzen.
In der Gruppe wohnen momentan sechs Jungen, ein Platz ist gerade frei. Aufgenommen werden Mädchen und Jungen von sechs bis 16 Jahren, die aus unterschiedlichsten Gründen derzeit nicht bei ihrer Herkunftsfamilie leben können. Die Spende der Lions ermöglicht ihnen kleine Unterstützungen über den Regelsatz der Jugendämter hinaus: Hobbies und Vereinsmitgliedschaften, Fahrräder oder deren Reparatur, kleine Extras auf den gemeinsamen Ferienreisen der Gruppe, oder hilft, wenn ein Wachstumsschub ständig größere Schuhe und Kleidung erfordert.
Auf dem Foto: Katrin Hiernickel (3. v. l.), Erzieherin Yvonne Schweizer (4. v. l.), Ilona Hinzmann (6. v. l.), Jutta Fahrenschon-Pichler und Leah Dreyer, duale Studentin soziale Arbeit (rechts), mit Kindern der Wohngruppe.
